Dienstag, 17. März 2009

Überraschung auch bei Tirreno

Wie gewonnen so zerronnen. Nach der Niederlage am Samstag vom sicher scheinenden Sieger Contador hat es auch bei Tirreno eine Überraschung gegeben. Michele Scarponi vom Team mit dem längsten Namen im Profizirkus (Serramenti PVC Diquigiovanni-Androni Giocattoli) hat sich im Sprint aus einer hochwertigen Dreierfluchtgruppe gegen Ivan Basso und Stefano Garzelli durchsetzen können. Ivan Basso war nach der Kritik an seiner mässigen Leistung im Zeitfahren wieder ins Rampenlicht gefahren und kann doch zufrieden bilanzieren. Die heutige Etappe sollte Futter für die Sprinter sein. Und in 4 Tagen folgt das Hauptgericht in Form von Milano - San Remo.

Montag, 16. März 2009

Der grosse Geschlagene als Publikumsliebling

Alles Schlechte hat auch eine gute Seite. So könnte Alberto Contador sein Paris Nizza 2009 beschreiben. Zwar zog ihm sein Freund und Trainingsgefährte Luis Leon Sanchez überraschend das Fell in Form des gelben Leadertrikots über die Ohren, die Gunst des französischen Publikums, auch nicht ganz unwichtig, hat Contador mit seiner Schwäche am Samstag gewinnen können. Unbesiegbarkeit bringt eben nicht immer Sympathien.
Bei Tirreno Adriatico hat Andreas Klöden den Sieg nach seinem Erfolg im Zeitfahren quasi in der Tasche. Ob er das Gesamtklassement auch gegen die Sympathien der Italiener tauscht? Nach der heutigen Königsetappe wissen wir mehr. Im Hinblick auf den Giro d Italia machte am Samstag auf der Mauer von Montelupone Altmeister Gilberto Simoni einen starken Eindruck, Ivan Basso hingegen enttäuschte ein wenig.

Samstag, 14. März 2009

Souveräner Contador

Alberto Contador bleibt das Maß aller Dinge im momentanen Radsportgeschehen. Mit spielerischer Leichtigkeit hatte er sich gestern alle Konkurrenten am Schlussanstieg der Königsetappe von Paris Nizza vom Leib gehalten. Und das obwohl der Berg "nur" 6,6 % im Mittel hatte. Voigt testete unten rein mal an, wurde aber vom Spanier wie von einem Moped überholt. Tapfer Chavanel, der sein gelbes Trikot mit allen Mitteln zu verteidigen probierte, vergeblich. Am Ende sah er doch recht blau aus.

Donnerstag, 12. März 2009

Tirreno kein Kirmesrennen

Wer die gestrige Etappe von Tirreno - Adriatico gesehen hat wird den Experten die dieses Rennen gerne als leichtes Einrollen bezeichnen nicht wirklich recht geben können. Bereits auf der ersten Etappe hatten einige der Sprinter so ihre liebe Not und auch gestern musste der eine oder andere am letzten Anstieg abreissen lassen. Boonen, Ciolek, Hushovd oder auch Cavendish schafften es nicht pünktlich zur Entscheidung am letzten Kilometer anzukommen. Manche wurden durch einen von einem Pressemotorrad hervorgerufenen Sturz aufgehalten, die anderen von mangelnder Form. Der Pünktlichste war Sieger Petacchi der vor Bennati zum Sieg sprintete.
Bei Paris - Nizza war es die Ruhe vor dem Sturm die den Tag bestimmte. Chavanel, Contador und Garate kamen mit dem Hauptfeld etwas über 2 Minuten hinter den erfolgreichen Ausreissern mit Sieger Jerome Roy ins Ziel. Interessant wird es heute auf dem 15 km langen Schlussanstieg, der wohl den Gesamtsieger krönen wird.

Mittwoch, 11. März 2009

Paris Nizza vs Tirreno

Böse Zungen behaupten Paris - Nizza ist das Rennen für echte Männer während Tirreno Adriatico den faulen Sprintern als Einrollen für Mailand - San Remo dient. Sicher ist dass in beiden Rennen die Elite um die ersten Saisonsiege kämpft. Dass es dem Sprinter nicht dienlich ist im bergigen Terrain durch Frankreich hinterherzufahren ist ebenso logisch wie die Wahl der Rundfahrer die ihren Konkurrenten für die kommende Saison die Form vorführen wollen. Spannend sind die Rennen allemal. In Italien konnte Julien El Fares, ein 23jähriger Algero-Franzose nach einer 120 km Flucht im Sprint gegen Vladimir Duma 12 Sekunden vor dem heranbrausenden Feld ins Ziel retten. Den Bunch Sprint gewinnt Bennati vor Petacchi und Boonen. In Frankreich taumelt Chavanel, geht aber nicht K.O.. VandeVelde gewinnt die Etappe ebenfalls aus einer Fluchtgruppe heraus. Sehr interessant die Situation im Gesamtklassement. Neben Contador, der im letzten Anstieg knapp eine halbe Minute auf Chavanel aufholt hat sich nun auch Garate ganz knapp ans gelbe Trikot herangeschoben. Letztes Jahr waren zwischen Sieger Rebellin und dem zweiten Nocentini nur 3 Sekunden - mal schauen ob es wieder so knapp wird.

Dienstag, 10. März 2009

Das fehlende C

Wer sich in den letzten Seiten viel auf Radsportseiten bewegt hat, dem wird vielleicht aufgefallen sein dass Colnago seine Präsenz im Internet verstärkt hat. Banner und Flashpräsentationen schiessen einem gerade so um die Ohren. Ich bin momentan beim Livecommentar von cyclingnews.com um mir Paris Nizza zumindest in Textform zu gönnen, auch hier blinkt mir ein roter Banner der italienischen Edelschmiede entgegen.
Auf der anderen Seite hat Colnago 2009 kein Profiteam mehr als Partner. Woran liegt das? Aus verlässlicher Quelle kann ich sagen dass die Mailänder auch aus Kostengründen auf diese Form des Sponsorings verzichten. 1 Profiteam a 20 Fahrern a 2 Rädern + evtl. eine Zeitfahrmaschine kosten einfach mehr als sie bringen. Zudem muss der Rahmenbauer auch die Komponenten die spazieren gefahren werden mitfinanzieren. Schade, ein Freiresieg auf Specialized ist einfach nicht das selbe!

Montag, 9. März 2009

Contador unschlagbar? Njet!

Nach seinem Sieg im Prolog von Paris Nizza sind Ängste über die Unschlagbarkeit Contadors laut geworden. Erstes Rennen in Portugal - erster Sieg. Paris Nizza, zweiter Sieg. Wer soll den Spanier der innerhalb von 14 Monaten Tour, Giro und Vuelta gewonnen hat stoppen? Die gestrige Etappe hat uns gezeigt dass niemand unverwundbar ist. 2 km vor dem Ziel ist Contador zu Fall gekommen. Es genügt eben oft nicht der stärkste Fahrer im Feld zu sein, Glück gehört auch dazu. Ein Sturz in der ersten Woche der Tour, ein Infekt in der Vorbereitung, viele Kleinigkeiten können ein grosses Ziel zum Einsturz bringen. Wäre er noch am Leben, Pechvogel Pantani könnte ein Lied von schwarzen Katzen, Autos im Rennen und Co singen.